Nahrungsmittel Südafrika & Deutschland Gentechnik

Warum ich mich in Südafrika vegan ernähre. Man denkt nicht an Genfood und Hormone in der Milch, wenn man sich mit dem schönen Südafrika befasst. Das Land der Fleischliebhaber, Braai als Volkssport, Biltong als Snack. Man entkommt dem Fleisch einfach nicht. Ein Südafrikaner erklärte mir letztens, wenn man kein Fleisch isst, dann wird man dünn und ist kein Mann mehr. Fleisch als Zeichen, dass man sich Fleisch leisten kann. Es ist ein Statussymbol für die Afrikaner, genauso wie der afrikanische Po, gehört das Fleisch zu Afrika. Wo wird aber das Ganze produziert und vor allem was fressen die Tiere, wenn die Produktion der Landwirtschaft den Nahrungsmittelbedarf der Bevölkerung nicht decken kann? Richtig: Futtermittel werden importiert. Nicht nur das, Südafrika ist das einzige Land in Afrika, das genetisch veränderte Nahrungsmittel kommerziell anbaut. So z.B. Mais, der von der gesamten Bevölkerung als Leibspeise „Mealie Pap“ (Maisbrei) gegessen wird. Auch Cornflakes, wie von Kellog’s, -der Name sagt es schon- werden gerne aus GMO Mais hergestellt.  Laut http://www.biowatch.org.za sind es vor allem 5 große, ausländische Firmen, die in Südafrika GMO Food fördern:

  • Monsanto (head office in the USA)

  • Syngenta (head office in Switzerland)

  • Du Pont (head office in the USA)

  • Dow (head office in the USA)

  • Bayer (head office in Germany)

Wie wichtig Mais für das südliche Afrika bzw. für die ganze Weltbevölkerung ist wird von Syngenta wie folgt beschrieben:

Although maize serves as a staple diet for some 200 million people in developing countries from morning till noon, around 60% of global maize production is used for animal feed. This means that the global importance of maize is expanding where growth in meat consumption is increasing.

In developed countries maize is predominantly consumed as second-cycle produce, in the form of meat, eggs and dairy products. However, in a processed form it is also found as fuel (ethanol) and starch. Starch in turn involves enzymatic conversion into products such as sorbitol, dextrine, sorbic and lactic acid, and appears in household items such as beer, ice cream, syrup, shoe polish, glue, fireworks, ink, batteries, mustard, cosmetics, aspirin and paint.

Genau deswegen habe ich angefangen mich für nicht verarbeitetes Essen zu interessieren, denn irgendwie ist überall Mais drinnen und der ist zumindest in Südafrika „genetically modified“. Soya und Reis sind ein eigenes Kapitel für sich. Alle GMO free Produkte in Südafrika gibt es in verschiedenen Supermärkten von Nature’s Choice. Wobei hier gesagt sei, dass erst ab 5% GMO Food Anteil das Produkt als „gentically modified“ ausgezeichnet werden muss. Ob GMO die bessere Alternative ist, wie von Bayer beworben wird, ist zweifelhaft. Zu berücksichtigen sind hierbei die Unruhen der Bauern in Indien, die GMO Saatgut benutzt haben, und die Probleme mit den Superweeds in den USA.  Eine andere Form des Eingriffs in die Natur der Pflanze ist die Hybridiesierung der Pflanze, so vertreibt Bayer efirig Hybridsaatgut für „hybrid“ Pflanzen:

Scientists call the effect heterosis (hybrid vigor), while for farmers, it means higher yields, hardier plants and a better-quality harvest. For example, rice, oilseed rape, corn and cotton farmers have seen their balance sheet transformed by the improvements. It’s no surprise that, in China, more than 50 per cent of the rice crop is hybrid, and in the US, over 90 per cent of corn.

The world’s farmers also need open-pollinated seeds– and we supply these too, making sure  they are high quality and well adapted to their environment.

Dieses Hybridsaatgut wird dann bspw. in Südafrika benutzt um nicht nur für sich selbst, Früchte, Gemüse etc. zu produzieren, nein im Gegenteil diese Nahrungsmittel werden vor allem nach Europa exportiert. Warum? Das hat wohl historische Gründe, außerdem möchte jeder seine Südafrikanischen Rand in Euros, Pfund oder Dollars verwandeln, denn der Wechselkurs steht gut für den Exporteur in Südafrika. Südafrika bedient also den westlichen Lebensmittelmarkt, während das Land auf dem Welthunger-Index noch als Land mit „mäßigem Hunger“ eingestuft wird. Genaueres dazu findet ihr hier. Irgendwie paradox oder?

The Northern Hemisphere’s off-season allows South African producers to supply the European market with nearly 65% of the entire stone and seed fruits exported by the country. The Netherlands and the United Kingdom collectively consume more than 50% of South Africa’s exports, valued at 475 billion Euros.

Außerdem habe ich mich gefragt, warum hier im Supermarkt die Ware so perfekt ausschaut, keine Makel, ein Apfel wie der andere. Nun habe ich die Erklärung gefunden. Übrigens, Hybrid Nahrungsmittel müssen in Deutschland weder etikettiert werden, noch sind sie verboten. Wer denkt mit Demeter kann man dieses Problem umgehen, der täuscht sich, wie ein Bericht im ZDF zeigte, war die Babynahrung von Hipp und Demeter mit gentechnisch verändertem Gemüse belastet. Hilft also nur noch ein kleiner Garten hinterm Haus.

Weiterführend:
Foodwatch: Keine Wahlfreiheit bei Gentechnik
Why GM Foods Won’t Solve Hunger in Africa – GreanpeaceRoundup Damages Sperm
Bundeminister Schmidt: „Entscheidung auf dem Weg zu nationalen Anbauverboten von Gentechnikpflanzen“
Gentechnisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel -Einführung Europäische Kommission
GeneWatch UK

Die EU-Regelungen für die Zulassung und Einfuhr gentechnisch veränderter Organismen dienen der Transparenz, der Entscheidungsfreiheit, dem Umwelt- und dem Gesundheitsschutz. Das Freihandelsabkommen soll an diesen Zielen nichts ändern. Soweit Lebensmittel liefernde Tiere oder Fleisch von Tieren, die mit Stoffen mit hormoneller Wirkungen behandelt wurden, Verhandlungsgegenstand des Abkommens werden, wird aus Sicht der Bundesregierung nicht in Betracht gezogen, das Hormonverbot im Rahmen des Freihandelsabkommens anzutasten.

GMO’s in South Africa
The production of GM crops is supported by our government. In 1999 the Genetically Modified Organisms (GMO) Act of 1997 came into force paving the way for the growth of the industry. The first GM crops were planted in 1998. Seventeen years later, SA is the eighth largest producer of GMOs in the world. In 2013 alone, SA produced 2.9 million hectares of GM crops. In 2011 the Consumer Protection Act came into force requiring that all foods containing 5% or more GMOs content must be labeled.

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3 Kommentare zu „Nahrungsmittel Südafrika & Deutschland Gentechnik“

  1. Das ist ein Riesenthema, was du da angesprochen hast, und ich werde manchmal wütend,wenn ich darüber nachdenke. Der normale Verbraucher weiß kaum, was er da eigentlich verspeist und wenn man es genau wissen möchte, werden einem riesen Hindernisse in den Weg gelegt. Ich habe den Gemüsegarten zuhause, und das reicht fast fürs ganze Jahr. Aber ich stehe mir nicht allein zu, gesundes Gemüse zu verzehren, ich wünsche das meinen Mitmenschen auch. Ich fand deinen Beitrag sehr interessant und habe es mir abgespeichert, damit ich einiges noch mal in Ruhe nachlesen kann. lg Marlies

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    1. Liebe Marlies,
      das Thema ist in der Tat riesig! Je mehr man sich damit beschäftigt, desto absurder erscheint einem die Lebensmittelundustrie. Außerdem finde ich es super, dass du einen eigenen Garten hast und dich unabhängig versorgen kannst. In Kapstadt und München gibt es immer mehr Balkon- und Schrebergartengärtner, die Alternative für Städter. Wenn du Fragen hast bitte nicht zurückhalten.
      Grüße, Fiona

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      1. Und das Erstaunliche/Erschreckende – oder eigentlich gar nicht – ist, dass das auf der ganzen Welt so ist, nur in anderen Facetten. Aber je mehr wir darüber reden, schreiben können wir kleine Anstöße zu einer Veränderung geben, das ist zumindest mein Wunsch/Ziel. Liebe Grüße Marlies

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